- Mama Matata

Blog by Ruth Schäfer from Kasambara, Nakuru (Kenya)


Trotz strömenden Regen der in vielen Orten zu grossen Überschwemmungen führte, kamen heute viele Mütter mit ihren Babys etwas verspätet zur Kontrolle. Auffallend viele der Babys litten unter einem grippenähnlichen Schnupfen. Das ist allerdings kein Wunder bei der grossen Feuchtigkeit, Kälte und Nässe. Dann kommt noch dazu: es mangelt an warmen Kleidern, Socken und richtigem Schuhwerk. In den Häusern besitzen sie keinen Ofen, manche jedoch nehmen sich glühende Holzkohlen ins Haus, ohne daran zu denken dass der Rauch schädlich für die Lunge ist. Nachts wenn die Kinder im Dunkeln aufstehen müssen - da es auch kein Licht gibt - stolpern viele von ihnen über den Kocher und tragen schlimme Verbrennen davon. Wenn ich so darüber nachdenke, wie müssen wir mit dem was wir haben, glücklich sein, und wie viele Leute, die zu viel haben, wissen nicht einmal, das zu schätzen. -Mama Matata


Florian Lüchinger ist für 14 Tage in Kenya bei seinem Kinderprojekt (www.Maisha.ch). Er hat uns telefonisch angefragt, ob er bei uns mit seinen 20 Maisha-Kindern (Waisenkinder) für einen Check vorbeikommen könnte. Natürlich, das war für mich selbstverständlich. Florian der eine Kenianische Ehefrau (Beatrice) hat, organisierte einen Bus und fuhr die rund 190 km von Nairobi bis zu uns ins Rhein-Valley Hospital. Unser Arzt und die Krankenpflege hatten schon alles vorbereitet. Auch Caroline vom Labor war gerüstet. Um 11 Uhr erreichten sie das Spital. Einige der Kinder waren noch nie in ihrem Leben mit einem Auto gefahren. So viel Neues, die Aufregung und die lange fahrt machte sich im Magen bemerkbar und sie mussten sich übergeben. Nach einer kurzen Begrüssung ging es dann ins Labor, um Blut für die verschiedenen Tests wie Aids, Typhus, Malaria usw. abzunehmen. Danach wurde jeder einzelne vom Wanjala dem Arzt untersucht. Da ja bald Weihnachten ist übernahm das Rhein-Valley Hospital die Kosten für die Impfungen und Wurmkur. Jeder der fertig behandelt war, durfte sich dann in der Küche das Mittagessen mit einem Soda holen, unser Küchenpersonal kochte speziell für die kleinen Gäste. - Mama Matata
Seit einigen Wochen häufen sich Fälle mit Verbrennungen. Ob dies wohl am Wetter liegt? Die Einheimischen nehmen oft den Charcoal (Holzkohlen)-Ofen mit in die kleinen Häuser, um sich aufzuwärmen. Die Häuser besitzen meist nur einen Raum und kein Licht. Die Kinder, die auf die Toilette müssen, stolpern im Dunkeln dann meistens darüber und tragen oft böse Verbrennungen davon. Auch die kleinen Knirpse krabbeln oft am Tag unbeaufsichtigt um den Holzkohlen-Ofen herum. Entweder verbrennen sie sich dann am Ofen oder werfen sogar die Pfanne um und verbrühen sich dann am heissen Wasser. Dank unserem guten Ärzteteam und der intensiven sauberen Pflege bleiben kaum grosse Narben, ja zum teil erholt sich die Haut so gut das man von der Verbrennung gar nichts mehr sieht. -Mama Matata
Das Sterben gehört zum Leben. So auch im Rhein - Valley Hospital. Letzte Woche starb eine ältere Frau, die im Hospital in der Pflege war. Die Familie von der Frau wurde während des Krieges letztes Jahr von der Heimat vertrieben und sie fanden Schutz im Rhein – Valley Hospital Camp. Sie mussten ohne die ohnehin wenigen Habseligkeiten flüchten und besitzen heute nichts mehr.
einen Sarg und die nötigen Totenkleider für die Frau. Aber auch für den Ehemann und die Tochter kaufte man die notwendigen Trauerkleider ein, denn die alten Schuhe hatten Löcher und kaum Sohlen. Die einzige Hose und Hemd waren zerrissen. Nachdem alles besorgt war konnte die Frau Ende Woche zu Grabe getragen werden. Die Toten kehren immer in den Geburtsort zurück.



Nach fast 10 Jahren zurück in Kenya auf einen Besuch: Familie Searty aus Dresden besuchte das Rhein-Valley Hospital und das Wasserprojekt in Thugunui. Schnell kamen die einheimischen Kinder und es ging auch gar nicht lange bis Sebastian, Emanuel und Sofia einen kleinen Ball hervorzauberten um mit ihnen zu spielen. Mama May- Birt verliebte sich rasch in die kleinen schwarzen Kinder. Voller Freude hielt sie die kleinen Hände. Andreas unterhielt sich mit den Einheimischen und hatte viele Fragen, die sie ihm beantworteten; er war beeindruckt vom Wasserwerk also auch vom Spital. Er Gratulierte uns dann und meinte: "Ein Spital aufbauen ist eine Sache, es dann zum laufen bringen die Zweite, doch das wichtigste sei es zu halten das sei fast unmöglich hier in Kenya, doch ihr - damit meinte er den Rhein-ValleyVerein in der Schweiz und uns hier in Kenya - habt es geschafft. Euer Personal ist sehr aufgeschlossen und zufrieden und das Teamwork exzellent." Seine Begeisterung hörte man buchstäblich aus seinen Worten heraus.
Vor 40 Jahren wollte Frau Taimi Huber irgendwann in ihrem Leben in einer Organisation in einem Entwicklungsland freiwillig mithelfen und jetzt mit ihren fast 60 Jahren hat sich ihr Traum doch noch erfüllt. Taimi Huber unterstützt uns seit einiger Zeit im Rhein-Valley Hospital. Sie will 3 Monate hier bleiben und hat sich schon gut eingelebt. Mit ihrer freundlichen und aufgeschlossenen Art wurde sie gleich von Anfang an von allen akzeptiert und ins Herz geschlossen. Unkompliziert und mit grossem Eifer packt sie überall an was unserem Team grosse Erleichterung bringt. In der Mittagszeit setzt sie sich gemütlich mit den Angestellten auf den Boden und geniesst das einheimische Mittagessen in vollen Zügen. Sie meinte sogar der Ugali (weisser Mais) mit dem Gemüse schmecke ihr besonders gut...
Kürzlich setzte sich der Zivilschutz der Stadt St. Gallen mit dem Verein in Verbindung. Neuwertiges Spitalequipment, das jedoch nicht mehr dem heutigen Standard entspricht, stellt der Zivilschutz der Stadt St. Gallen als Spende für das Spital zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um OP-Instrumente, Gipsschienen, Feldnarkosegeräte, Verbandsmaterial, Notfallsauerstoff-Apparaturen, Bettüberzüge und verschiedene Blutdruckmessgeräte. Der Zivilschutz sponsert nicht nur das Material, sondern Hugo Meyer (Leiter-Stv. Logistik Feuerwehr und Zivilschutz der Stadt St. Gallen) veranlasste ausserdem das Verladen in einen Container und anschliessendes kostenfreies Einlagern bis zum Zeitpunkt der Verschiffung. Diese Gelegenheit nutzt der Verein nun, um ebenfalls Spendenmaterial, das in den letzten Jahren zusammengetragen werden konnte, mit einem zweiten Container zu den bedürftigen Menschen zu senden. Diese Ware füllt erfreulicherweise einen zweiten Container: Aus dem Spital Teufen wurden Röntgengeräte, Betten und elektronische OP-Tische gespendet. Die SFS Sport (Widnau) sponserte T-Shirts und Sportschuhe. 20 Kartons mit weiteren T-Shirts und Kappen von der «Euro 08» stellte Intersport Schweiz gratis zur Verfügung. Ein Grossteil dieser gestellten Waren wurde in verdankenswerter Weise bei der Sonnenbräu AG in Rebstein eingelagert.
Der Transport eines Containers nach Kenia ist nicht ohne Risiken möglich. Um sicherzugehen, dass die Hilfsgüter nicht in kenianischer Korruption «versickern», wird vor der Verschiffung das Eintreffen der Einfuhrpapiere aus Kenia abgewartet, wie Vorstandsmitglied Stephan Holderegger berichtet. Ausserdem habe der Verein die beiden Container zu einem Spezialpreis kaufen können. Die eingerechnete Verzollung ermöglicht, dass die Container jederzeit ein- und ausgeführt werden können. So entstehen für den Verein keine unkalkulierbaren Kosten bei der Einfuhr.
Offizielles Aids-Spital
Ein wichtiger Fortschritt ist für Ruth Schäfer und den Verein die Anerkennung des Rhein-Valley-Hospitals als offizielle Aids-Station. Der Gesundheitsminister von Kenia erteilte die schriftliche Bewilligung. Damit wurde gleichzeitig die kostenfreie Abgabe von Medikamenten durch die Regierung für Aids-Patienten festgelegt. Dies sei ein wesentlicher Schritt, so Holderegger. Wenn diese Medikamente auch nicht alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen, so entsprechen sie doch einem Minimum. Denn bisher konnten im Rhein-Valley-Hospital Aids-Patienten nicht behandelt werden, da eine begonnene Behandlung unbedingt fortgesetzt werden muss. Dass Aids ein grosses Problem in Kenia ist, erfährt Ruth Schäfer im Spitalalltag. Jeder dritte durchgeführte HIV-Test falle positiv aus, berichtet Holderegger aus erster Hand.
«5 vor 12» bei «Aeschbacher»
Das unermüdliche Engagement und ihre Beharrlichkeit ist auch der Redaktion von «Aeschbacher» aufgefallen. Der kürzlich von Ruth Schäfer ausgesandte Hilferuf bezüglich der Hungersnot und der erntezerstörenden Dürre, veranlasste Kurt Aeschbacher, Ruth Schäfer in seine Sendung im Schweizer Fernsehen SF1 einzuladen. Der Flug für die Aufzeichnung am 30. Oktober ist durch SF1 bereits gebucht. Unter dem Thema «5 vor 12» wird die Rheinta-lerin über den Spitalalltag und die unaufhörliche, notwendige Hilfe berichten. Ausgestrahlt wird die Sendung «Aeschbacher» am Donnerstag, 12. November, um 22.20 Uhr auf SF1.
- Monika von der Linden (Rheintalische Volkszeitung)
Unser Arzt war gerade in der Bettenstation und kontrollierte dprt eine Patientin. Ihr Blutdruck war noch sehr hoch und ihr Zuckerspiegel zu tief. Seit Tagen schon versucht Wanjala das in den Griff zu bekommen, es braucht auch hier sehr viel Geduld. Die 65jährige Frau ist sehr schwach und scheint mit ihrem Leben schon abgeschlossen zu haben. Sie sagte sie möchte am liebsten sterben. Unser Personal jedoch gibt ihr Hoffnung und versucht sie aufzumuntern. Auch ihre Angehörigen versuchen alles um in ihrern Nähe zu sein, doch sie wohnen oft 6 Fahrstunden vom Spital entfernt. Und das kann sehr teuer werden; die Reisepreisen mit dem Bus oder Matatus sind enorm angestiegen und für manch einern fast nicht mehr bezahlbar.
Riesen-Überraschung! Die Firma HemoCue Kenya Ltd Nairobi spendete unserem Rhein-Valley Hospital eine Hemoglobin-Maschine. Sie ist die erste Firma von Kenya, die uns seit 2004 etwas spendet. Umso mehr freuten wir uns darüber, dass wir auch hier in Kenya Spender bekommen. Gerade zur rechten Zeit, denn vor zwei Tagen wurde unser Spital vom MOH (Minister für Gesundheit) als Aids Center ernannt. Unser Arzt war richtig stolz und mit einem lachenden Gesicht überbrachte er mir die neue freudige Botschaft.
Nancy das kleine Mädchen wurde mit einem Asthma-Anfall ins Hospital gebracht. Sie musste sofort an Sauerstoff angeschlossen werden und unser Arzt gab ihr die notwendigen Medikamente. Nach kurzer Zeit ging es dem Mädchen schon viel besser, sie erholte sich schnell. Nancy die man kaum im riesigen Bett findet schaut schon wieder ganz frech umher und sie lächelt sobald man mit ihr spricht. Sie ist wirklich ein aufgeschlossenes winziges Mäuschen, ganz genau beobachtet sie alles. Ihre junge Mama - etwas scheu - sitzt den ganzen Tag auf dem Bettrand und hütet es. Sie wagt sich kaum sich von der Stelle zu rühren und als sie die Windeln waschen wollte, fragte sie sogar unsere Putzfrau Ann ob sie nicht Zeit hätte einen Augenblick auf Nancy aufzupassen. Dies ist natürlich bei uns kein Thema - unsere Putzfrauen haben sogar grosse Freude daran, auch solche Arbeiten zu verrichten.
Die Tochter von Kisumu besuchte ihre kranke Mutter. Vor ein paar Wochen brachten sie die alte Frau, die ein Streifschlag erlitten hatte zu uns um bessere Pflege für die Mutter zu bekommen. Unser Arzt Wanjala kontrolliert sie während des Tages mehrere Mal und nebenbei bekommt sie von ihm auch noch Physiotherapie. Mit der liebevollen Pflege unseres Ärzteteam geht es der alten Dame schon viel besser. Die Tochter und ihr Mann waren sehr überrascht über den Fortschritt den sie bei uns gemacht hat und meinten es hat sich doch gelohnt den weiten Weg von gut 8 Stunden Autofahrt in Angriff zu nehmen. Den ganzen Nachmittag wurde die Mutter verwöhnt von ihnen. Die Tochter brachte sie mit dem Rollstuhl in die frische Luft und gab hier dann ein Jogurt zu essen. Dies genoss ihre Mutter und man sah auch ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Schön das sich Kinder um ihre Eltern kümmern, obwohl es hier in Kenya gar nicht so einfach ist. Meistens fehlt dass Geld dazu und ein gute Spitalpflege.
Nach der Hauptstrasse auf den Weg ins Spital (3 km) wurde ich heute 16 x angehalten. Viele der Einwohner, ITP's die sich hier sozusagen eine zweite Heimat gegründet haben, jammerten und fragten ob wir etwas zu Essen für sie hätten. Ein Lehrer der gerade seine Kühe hütete, da die Klassen geschlossen haben bis September, fragte mich an ob ich vielleicht Sponsoren finden würde bis die Schulen wieder aufgehen würde, sodass sie vielleicht das Mittagessen für seine Schülern spenden könnten. In seinem Gesicht sah ich Traurigkeit und Verzweiflung. Weiter erzählte er mir, dass viele seiner Schüler während des Unterrichts zusammenfallen aus Hunger. Zu Hause hätten sie kein Essen mehr, trotzdem laufen die Kinder fast 13 Km zu Fuss zur Schule, entkräftet angekommen sollten sie dann noch lernen.
Der glücklichen jungen Mutter (Melanie) sieht man die grossen Strapazen an. Nach ihrer schweren Geburt ist sie erschöpft und müde. Ihr kleiner Sohn wog bei der Geburt 5,845 kg. Der kleine Mann schläft vergnügt in seinem Bettchen und lässt sich nicht stören. Unsere männlichen Hebammen waren nach dieser Geburt auch geschafft - ihre Gesichter waren feucht vor Schweiss und trotzdem waren sie stolz über diese Geburt. Schreckens Sekunden gab es, als sich das Baby während der Geburt drehte. Glücklicherweise gelang es ihnen es wieder ihn die richtige Position zu bringen ohne dass ein Kaiserschnitt gemacht werden musste. Dies wäre ein grosses Problem denn das General Hospital ist eine 3/4 Stunde entfernt, wir nicht in der Lage gewesen, die Operation durchzuführen. Dafür fehlt uns ein Operationssaal... -Mama Matata